Historischer Übersichtsplan der Stadt Zürich um 1859-1867 (Altstadtkataster)

Liegenschaften-Katasterpläne mit den Assekuranznummern aus den Jahren 1859-1867 des damaligen Gemeindegebiets der Stadt Zürich. Das Planwerk im Massstab 1:200 besteht aus 246 Teilblättern. Ein Blatt deckt ein Areal von 120 m x 90 m ab. Gezeichnet wurde mit Tusche und Aquarellfarben auf Karton. Neben der Gebäudeumrisslinie sind viele weitere bauliche Elemente der Stadt dargestellt (siehe unten). Der Umfang der Bauten wurde auf Höhe Erdgeschoss aufgenommen. Berücksichtigt sind Vor- und Rücksprünge an den Fassaden, nicht aber Fenstern und Türen. Dargestellt sind hingegen die Brandmauern und der genaue Verlauf der Hausgrenze in deren Bereich. Mit einer roten Begleitlinie werden Wohngebäude oder feste Gebäude (Kirchen, Klöster, Mühlen, Fabriken und Schul- und Spitalgebäude u. a.) von Neben- oder Wirtschaftsbauten unterschieden (orange Begleitlinie). Auch rot markiert ist die Schnittfläche von vertikalen Bauelementen wie Mauern, Pfeiler, Säulen und Stützhölzer. Neben den Assekuranznummern dienen die Hausnamen (sofern vorhanden) zur Gebäudeidentifikation. Strassennamen ergänzen die Beschriftung. Einzelelemente sind in der Aufsicht in naturalistischer Manier wiedergegeben: niedrige Mauern, Steinplatten, Treppen, Zäune, Hecken, Böschungsbefestigungen, Gartenrabatten, Holzstege, Bachläufe, Brunnen, Strassenlaternen, und anderes mehr. Einzelbäume dagegen sind schematisch aber lagerichtig mit Stamm und angedeuteter Krone erfasst. Zur Kennzeichnung der Bodenbedeckung grossflächiger Bereiche (Wasser, Wiesland, Wege, befestigte Plätze u. a. m.) werden unterschiedliche Farben verwendet (blau, hellgrün, grau, braun u. a. m.). Auch versteckte Strukturen (Kanäle, unterirdische Räume, Uferverläufe unter Brücken, Brückenpfeiler u. a. m.) sind dargestellt (gestrichelte Linien). Die Kartons sind datiert und vom Zeichner unterschrieben.

Zweck: - Historische Datenquelle zur gebauten Stadt mit allen Einzelelementen für die Zeit um 1860.

  • Nutzbar zum Bestimmen der baulichen Veränderungen im Vergleich mit der heutigen Stadt.

  • Informationsquelle bei der Planung und Durchführung von archäologischen Untersuchungen.

Daten und Ressourcen

Bemerkungen

Genereller Hinweis zum Geodatensatz:

Weitere Informationen zu diesem Datensatz finden sie unter «Historischer Übersichtsplan der Stadt Zürich um 1859-1867 (Altstadtkataster)» auf Geocat.ch.

Informationen zum Datensatz:

Zu unbekannter Zeit wurde das in der Abteilung Geomatik + Vermessung Stadt Zürich (GeoZ) aufbewahrte Planwerk fotografisch in schwarz-weiss reproduziert. Abzüge waren im baugeschichtlichen Archiv der Stadt Zürich (BAZ) greifbar. Vor rund 20 Jahren (um das Jahr 2000) wurden die Originalkartons für die Reproduktion in Farbe dem BAZ übergeben. Die Kartons wurden im Auftrag vom BAZ auf Grossformatdiapositivfilm fotografiert. Nach der Verfilmung gingen die Originale an GeoZ zurück. Gescannt wurden die Filme durch das BAZ. Die Bestimmung des Blattrasters, die Georeferenzierung, Entzerrung und Bildbearbeitung übernahm die Stadtarchäologie Zürich.

Datenerfassung:

Die Originalkartons wurden auf Grossformatdiapositivfilm fotografiert, die Diapositive nachfolgend gescannt. Die Auflösung wurde, bezogen auf ein Blatt des Kartonoriginals von 60 cm x 45 cm, auf 400ppi gesetzt und der Farbraum des Scans indiziert (256 Farbtöne). Im Verlauf des Bearbeitungsprozesses wurde der Farbraum auf RGB umgestellt und die Auflösung auf 200ppi reduziert. Die Bearbeitung geschah mit Photoshop. Der Scan wurde auf den Kartenausschnitt beschnitten und entzerrt (die vier Ecken in das Ausgangsverhältnis 4:3 gezogen). Starke Vergilbungen und Verschmutzungen der Originale, welche sich selbstverständlich auch auf den Scans niederschlugen, wurden korrigiert. Zur Georeferenzierung dienten mehrere, über das Gebiet des Planwerks verteilte Punkte (Hausecken), von denen bekannt war, dass sie seit der Planaufnahme unverändert blieben. Die Abweichungen in Distanz und Winkel zur heutigen Lage wurden gemittelt. Auf Basis dieser Punkte und unter Berücksichtigung des Abbildungsmassstabs 1:200, wurde der Blattraster definiert. Bei der Umstellung von LV03 auf LV95 wurden Winkel und die Ausdehnung des Blattrasters leicht angepasst.

Datengrundlage:

Originale Zeichnungen auf Kartons aus den Jahren 1859-1867. Je nach Lagerbedingungen und Nutzungsintensität erlitten die Kartons mehr oder weniger Alterungs- und Gebrauchsschäden: Luftfeuchtigkeit führte zum Biegen oder Wellen, Licht zum Vergilben, Staub und Russ zum Nachdunkeln. Manche Kartons, vermutlich die oft in die Hand genommenen, wiesen gegen die Ecken starke Abdunkelungen auf.

Statisches Vorschaubild:

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